Unsichtbare Füllungen mit nur fünf Farben

Seitenzahnrestaurationen in direkter Technik werden seit vielen Jahren in der Literatur ausführlich beschrieben und dokumentiert. Lichthärtende Komposite sind hier das Material der Wahl, da sich diese sowohl in ihren physikalisch-mechanischen Eigenschaften als auch ästhetisch kontinuierlich weiterentwickelt haben und somit in allen klinischen Situationen erfolgreich einsetzbar sind. Dr. Antoine Oudin-Gendrel, Cannes (Frankreich), zeigt an einem Beispielfall eine Seitenzahnrestauration mit einem Universalkomposit mit vereinfachtem Farbsystem.
Um die Komposit-Anwendung für Zahnärzte zu vereinfachen, haben die Hersteller die Auswahl an Farbtönen reduziert, ohne dass sich dies negativ auf die Ästhetik auswirkt. Anstatt Komposit-Spritzen bzw. Caps in allen Vita-classic-Farbtönen zu verwenden, werden Komposite heute in sogenannten Cluster-Shades angeboten. Jede Cluster-Shade für sich kann dabei eine breite Palette von Farbtönen abdecken. Dies gilt insbesondere für Admira Fusion 5 (Voco, Cuxhaven), welches die klassischen Vita-Zahnfarben in nur fünf Cluster-Shades zusammenfasst. Durch einen noch weiter optimierten Chamäleon-Effekt ist es nun möglich, dass sich die Restauration noch besser an den natürlichen Zahnfarbverlauf anpasst.
Die Verwendung dieser Komposite für direkte Restaurationen im Seitenzahnbereich bietet zahlreiche Vorteile, insbesondere in Bezug auf die Verarbeitung, die zu erzielende Zeitersparnis und die hervorragende ästhetische Anpassung. Admira Fusion 5 mit seiner Fähigkeit, mit der natürlichen Zahnfarbe zu verschmelzen, ermöglicht eine exzellente visuelle Integration der Restauration, die die ästhetischen Erwartungen im Seitenzahnbereich ohne Weiteres erfüllt, ohne dass eine komplexe Schichtung mehrerer Farbtöne erforderlich ist.
Aus wirtschaftlicher Sicht können diese neuartigen Komposit-Materialien mit „universellen“ Cluster-Shades die Gesamtkosten der Restaurationen signifikant senken, da die Bestimmung der Zahnfarbe vereinfacht und die Anzahl der benötigten Komposit-Farben reduziert wird.
Klinischer Fall
Ein 18-jähriger Patient erschien zur Kontrolluntersuchung. Die klinische und radiologische Untersuchung zeigte kariöse Läsionen der Klasse I und II an den Zähnen 25, 26 und 27 (Abb. 1). Es wurde beschlossen, eine direkte Restauration mit dem Universal-Komposit Admira Fusion 5 (Voco, Cuxhaven) durchzuführen, das Ideal für diese Art von Rehabilitation im Seitenzahnbereich ist.
Die verwendete Technik zielt darauf ab, das Protokoll zu vereinfachen und gleichzeitig eine zufriedenstellende Ästhetik und Haltbarkeit zu gewährleisten. Die Wahl des Komposits ist durch seine Fähigkeit gerechtfertigt, sich den natürlichen Farben der Seitenzähne anzupassen, wodurch ein harmonischer Übergang geboten und die Verarbeitungszeit verkürzt wird.
Die Behandlung beginnt zunächst mit der Bestimmung der Zahnfarbe, einer Lokalanästhesie und der Isolierung des Arbeitsfeldes mit Kofferdam. Die Präparation der Kavitäten erfolgt substanzschonend. Anschließend wird das Universal-Adhäsiv Futurabond U (Voco, Cuxhaven) in selektiver Ätztechnik angewendet, um so eine optimale Haftung des Komposits zu gewährleisten (Abb. 2-4).
Admira Fusion 5 wird in der zuvor bestimmten Cluster-Shade A2 in Schichten von max. 2 mm eingebracht, um so die Materialschrumpfung beim Polymerisieren noch weiter zu reduzieren und die marginale Anpassung zu optimieren. Jede Schicht wird nach dem Einbringen in der vorgegebenen Zeit von 10 s mit einer Polymerisationslampe lichtgehärtet.
Nach der erfolgten Applikation wird eine anatomische Modellierung vorgenommen, um das Höckerrelief und die Kontaktpunkte mit den Nachbarzähnen nachzubilden. Komposit-Farben zur individuellen Charakterisierung (FinalTouch, Voco, Cuxhaven) werden aufgetragen, lichtgehärtet und abschließend mit einer Komposit-Schicht bedeckt (Abb. 5).
Ergebnis und Fazit
Nach Entfernung des Kofferdams erfolgt die Überprüfung der Okklusion. Das Komposit Admira Fusion 5 fügt sich optimal in die vorhandene Zahnhartsubstanz ein, trotz der Verwendung nur eines Farbtons (Cluster-Shade A2) (Abb. 6-7).
Die Wahl der Farbe des Komposits ist immer herausfordernd, da das endgültige Aussehen erst am Ende der therapeutischen Behandlung bekannt ist. Mit Kompositen, deren Farbsystem vereinfacht wurde, muss jedoch kein Kompromiss in Bezug auf die Ästhetik eingegangen werden. Die fertige Restauration integriert sich mit ihrer finalen Farbgebung perfekt in den natürlichen Zahn und ermöglicht Zahnärzten in der Summe einen signifikanten Mehrwert.
Dr. Antoine Oudin-Gendrel
ist gemeinsam mit Dr. Michael Levy in Cannes (Frankreich) niedergelassen. Zu seinen Behandlungsschwerpunkten gehören die Implantologie, Parodontologie und die Ästhetik des Lächelns.
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Foto: privat